SEO Fehler
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3.2 Suchmaschinen-Optimierung
Im Herbst 2008 veröffentlichte Google seinen kostenlosen deutschsprachigen Starter Guide für Suchmaschinen-Optimierung. Darin finden Sie in einfach geschriebenen Worten und anhand anschaulicher Beispiele, wie Sie SEO-technisch alles richtig machen. Neben vielen erlaubten Praktiken können Sie nachlesen, welche Techniken ein sauber agierender White-Hat SEO besser vermeiden sollte.
Google Suchmaschinen-Optimierung Starter Guide
3.2.1 Häufige SEO-Fehler
Die Suchmaschine Google schreibt gewisse Qualitätsrichtlinien vor. Darin wird eindringlich davor gewarnt, mithilfe von Tricks das Ranking verbessern zu wollen. Zusammenfassend finden Sie in Tabelle 3.4 die gravierendsten Fehler im Umgang mit Suchmaschinen.
| Bereich | Häufige SEO-Fehler |
|---|---|
| Content | Verstecken Sie wichtige Informationen nicht in Grafiken oder Flash-Inhalten
Erstellen Sie Websites nicht für Crawler, sondern für Besucher Vermeiden Sie spezielle Brückenseiten (Doorway-Seiten) Verlangen einer Registrierung um Inhalte online zu lesen Publizieren gleicher Inhalte auf mehreren in-/externen Seiten (Duplicate Content) |
| Keywords | Wiederholen Sie nicht exzessiv Schlüsselwörter auf Ihrer Site
Verzichten Sie in Meta-Tags darauf, Begriffe oft zu wiederholen Vermeiden Sie komplett identische Meta-Tags im Titel bzw. Description Vergessen Sie nicht relevante Keywords für jede einzelne Seite zu recherchieren |
| Technik | Verzichten Sie auf Frames, dynamische URLs und Flash-Menüs
Vermeiden Sie nicht spiderbare Navigation per DropDown, Flash oder JavaScript Senden Sie niemals automatisierte Abfragen an Suchmaschinen |
| URLs | Unterlassen Sie unsichtbare oder minimierte Links bzw. Texte (Cloaking)
Vermeiden Sie Um-/Weiterleitungen von Webseiten (außer 301 Weiterleitung) Verwenden von Session-IDs und sonstigen Parametern in URLs Verzichten Sie auf Unterstrichen in URLs, Google bevorzugt Bindestriche Einbauen von mehr als 200 Hyperlinks auf einer einzelnen Webseite |
Tabelle 3.4: Häufige SEO-Fehler, die das Ranking beeinträchtigen
Flash hat einen entscheidenden Nachteil: Die Inhalte werden im Normalfall nicht von allen Suchmaschinen indexiert. Es gibt zwar inzwischen neuere Techniken, mit denen die Listung trotzdem erreicht wird, dazu ist allerdings ein gewisser Mehraufwand erforderlich. Rein animierter Text wird bisher nicht indexiert. Mit dem Flash Search Engine SDK verfügt Adobe über ein Entwicklungskit, das enthaltene Texte und Links für Suchmaschinen lesbar macht. Dazu werden nicht die Flash-Inhalte direkt durchsucht, sondern deren HTML-Extrakte. Bereits seit 2002 ermöglicht die Suchmaschinen-Technologie FAST die Suche nach Flash-Inhalten. Was indexiert wird, legen jedoch die Suchmaschinen-Betreiber selber fest. Deshalb sollten Sie sehr wichtige Informationen nicht unbedingt in Flash-Animationen abspeichern. Erstellen Sie auch immer eine HTML-Alternative für das Navigationsmenü. So ist das Ganze auch noch benutzerfreundlicher, da an vielen Firmenrechnern kein Flash-Player verfügbar ist.
Gleiches gilt natürlich für Grafiken. Nicht gerade suchmaschinenfreundlich ist es, Texte der Einfachheit halber als Bilder abzulegen. Denn mit Ausnahme des zusätzlich enthaltenen alt-Attributs und Link-Textes fehlen die Daten für den Index. Gleiches gilt für animierte Startseiten. Unter dem Aspekt der Suchmaschinen-Optimierung verzichten Sie besser auf solche Splash Pages. Bis auf das beliebte „Intro überspringen“ finden sich meistens keine verwertbaren Textinhalte und Links, Sie erhöhen damit nur die Wahrscheinlichkeit einer schlechteren Indexierung. Einen echten Nutzen bieten solche Seiten ohnehin nicht, es sei denn, Sie sind ein echter Design-Guru.
Vergessen Sie trotz allem eines nicht: Erstellen Sie die Webseiten für den Benutzer und nicht für die Suchmaschinen! Die Betreiber der Suchmaschinen erwarten von Website-Betreibern, dass sie jede Art von Täuschungsversuchen unterlassen. Bieten Sie Suchmaschinen keine anderen Inhalte an als Sie dem Nutzer zeigen (Cloaking). Ihre Webseiten dürfen auch keine unsichtbaren oder minimierten Links (Hidden-Link) bzw. Texte (Text-Hiding) enthalten, die der Besucher gar nicht erkennen kann. Ein uraltes Negativbeispiel ist weißer Text auf weißem Hintergrund. Sowohl JavaScript als auch CSS sollten in separaten Dateien gespeichert sein. Sehr empfindlich reagieren Suchmaschinen auf Brückenseiten (Doorway-Seiten), die sie als Spam einstufen. Hierbei handelt es sich um eigens für Crawler entwickelte Webseiten, die auf bestimmte Suchbegriffe hin optimiert sind. Besucher werden meist irreführend zu den endgültigen Webseiten umgeleitet. Google rät von der Verwendung solcher Seiten ab, denn man möchte Suchende auf Seiten mit nützlichen Inhalten verweisen. Davon lebt eine gute Suchmaschine.
Wiederholen Sie nicht ausschweifend Schlüsselwörter auf Ihrer Site. Das so genannte Keyword Stuffing ist eine weit verbreitete Spam-Methode. Dabei werden dieselben Begriffe im Seitentitel, Textinhalt oder in den Meta-Tags (Meta-Spam) mehrmals wiederholt. Die Manipulation der Keyword-Dichte schadet Ihnen. Vermeiden Sie besser jede übermäßige Nennung eines Schlüsselbegriffs oder auch irrelevante Begriffe, die Besucher anziehen sollen. Benutzen Sie eine Kombination aus zwei bis drei gezielten Keywords, statt sich nur auf einen Schlüsselbegriff zu konzentrieren. Wenn Sie regionaler Dienstleister für WebDesign im Raum München sind, wählen Sie am besten eine Wortkombination wie „WebDesign München“, „WebDesign Template“ oder „WebDesign CMS“. Als einzelner Suchbegriff mit genügend Traffic lohnen sich eventuell die folgenden Keywords: „WebDesign“, „GrafikDesign“, „WebDesigner“ oder „Internetagentur“. Damit treffen Sie dann auch Ihre Zielgruppe genauer.
Ein weiteres wichtiges Kriterium betrifft die auf der Site eingesetzten Techniken. Besonders Frames bereiten Suchmaschinen große Probleme. Hier wird nicht eine einzige HTML-Seite am Monitor dargestellt, sondern mehrere gleichzeitig. Die Suchmaschine kann kaum das komplette Frameset als Suchergebnis liefern. Auf eine Anfrage hin liefert die Suchmaschine deshalb häufig nur eine einzelne Frame-Seite, meistens fehlen deshalb die Menü- und Navigationsleisten.
Ein ähnliches Fazit ergibt sich bei dynamisch erstellten Inhalten für Content-Management- (CMS) bzw. Online-Shop-Systeme, die auf Datenbanken basieren. Crawler legen unter Umständen Websites mit dynamischem Inhalt lahm. Damit solche Sites nicht komplett abstürzen, hat man den Umfang der indexierten dynamischen Seiten stark begrenzt. Das bedeutet für Sie: Nur ein Bruchteil Ihrer Produkte und Inhalte wird unter Umständen indexiert. Außerdem gehen Suchmaschinen-Betreiber davon aus, dass eine URL mit vielen dynamischen Parametern meist identisch ist mit einer anderen URL mit wenigen oder gar keinen Parametern. Google hat sich für dieses Dilemma die Google Sitemap und den Canonical Link-Tag einfallen lassen.
Nur im Notfall eignen sich Site-Umleitungen mit dem Meta-Tag Refresh, das im Head-Bereich von HTML-Seiten zum Einsatz kommt. Am elegantesten ist eine serverseitige Umleitung, da der Browser dann nichts davon merkt und der Zeitverlust hier am geringsten ist. Das machen Sie natürlich nur dann, wenn Ihre Seiten dauerhaft umziehen. Realisieren Sie solche Weiterleitungen immer mit einem HTTP-Redirect mit Response Code 301 (Redirect Permanent). Das können Sie in vielen Fällen direkt in Ihrem Konto bei dem Provider Ihrer Webseite einrichten. Die Suchmaschinen können es dann auch auswerten, Ihre Inhalte im Suchmaschinen-Index korrigieren und teils sogar den PageRank vererben. Achten Sie ebenso darauf, dass die Fehlerseiten Ihres Webservers auch den richtigen HTTP-Response-Code zurückgeben.
Google bezeichnet Content-Bereiche als Duplicate Content, sobald sich seitenintern oder auf fremden Domains nahezu gleicher oder sehr ähnlicher Content befindet. In vielen Fällen entstehen solche doppelten Seiten unbeabsichtigt, bspw. durch Anhängen einer SID oder anderer Parameter an den Seiten-Aufruf einer URL. Interessante Texte werden auf der eigenen Domain, in verschiedenen Blogs oder Foren publiziert, um Besucher anzulocken. Selbstverständlich ist es nicht im Sinne einer Suchmaschine, in den Trefferlisten Seiten mit identischen Informationen auszugeben. Daher ist einzigartiger Content für die Ergebnisseiten von Suchmaschinen so wichtig.
Um die Seitenerstellung zu erleichtern und dadurch mehr Traffic zu bekommen, würde sich zwar das Kopieren von Seiten anbieten. Doch davon raten wir ab, diese Vorgehensweise nutzt Ihnen nur kurzfristig. Erstellen Sie keinesfalls doppelte Webseiten, Subdomains oder Domains mit den gleichen Inhalten (Domain-Dubletten oder Duplicate Content). Solche Bemühungen gehen meistens ins Leere und werden als Spam eingestuft. Anstatt die Zeit damit zu verschwenden, erstellen Sie einfach nach und nach mehr Content. Das hilft viel mehr, ist erlaubt, bringt Ihnen vielleicht Back-Links und liefert Ihren Kunden auch noch einen Nutzen.
Falls Sie in Ihrem Online-Shop gleichzeitig eine reguläre Artikelbeschreibung, ein identisches PDF-Datenblatt sowie eine Druckansicht anbieten, dann müssen Sie die weniger geeigneten Seiten vorsichtshalber aussperren. Sonst kann es unter Umständen passieren, dass eine unerwünschte Version, also z. B. die Druckansicht, gelistet wird. Dies vermeiden Sie, in dem Sie einen Eintrag in der robots.txt-Datei vornehmen, um alle Druckansichten auszusperren oder einen noindex-Meta-Tag nutzen.
Google ist nicht gerade ein Freund von Tools, die die Anmeldung von Seiten vornehmen oder das Ranking überprüfen. Besonders abgeraten wird von Tools, die automatische oder programmgesteuerte Abfragen an Google absetzen. Diese nicht autorisierten Programme verschwenden Rechenleistung und verletzen die Dienstleistungsbestimmungen der Suchmaschine.
Praxis-Tipp: PageRank vererben durch 301-Weiterleitung
Zieht eine Webseite auf eine andere Domain um, so wird die PageRank-Information nach einer gewissen Zeitspanne mit übertragen. Daher sollten Sie 301 Weiterleitungen einige Zeit aufrecht erhalten. Auch das Alter einer Domain spielt neben der Reputation (Ruf bzw. Ansehen) einer Homepage eine Rolle für den PageRank.
Wenn Sie die folgenden Grundregeln beachten, dann vermeiden Sie die oft auftretenden Probleme mit Duplicate Content:
- Richtig Blockieren: Ganze Verzeichnisse Blocken Sie mit der Disallow Zeile in der robots.txt-Datei oder bei Druckansichten/Links mit dem
nofollow-Attribut. - URL-Stamm: Nutzen Sie im Head-Bereich jeder einzelnen Webseite den Link-Tag Canonical für den Verweis auf die Haupt-URL. Dieser Link-Tag vererbt die Linkpopularität an die Standardseite genauso wie eine 301-Weiterleitung.
- 301 Weiterleitungen einsetzen: Für eine geänderte Verlinkung gibt es eine permanente Weiterleitung mit Hilfe eines 301 Redirect in .htaccess-Dateien.
- Konsistenz prüfen: Einheitliche interne Link-Struktur einsetzen, bei der Sie nicht abwechselnd verweisen auf /katalog/, /katalog und /katalog/index.php.
- Top-Level-Domains (TLD) verwenden: Falls möglich immer Top-Level-Domains für länderspezifische Inhalte nutzen und Unterordner domain.de/de bzw. Subdomains de.domain.tld besser vermeiden.
- Content-Syndication vermeiden: Die Mehrfachverwendung (Copy & Paste) oder Feed-Bereitstellung führt oft dazu, dass andere, besser gerankte Seiten im Index landen.
- Bevorzugte Domain in Google Webmaster-Tools eintragen: Klarstellen, ob in Ihrem Shop die URL-Version mit oder ohne www bevorzugt wird.
- Einsatz von Textbausteinen minimieren: Anstelle eines langen Copyright-Textes auf jeder Artikelseite, ist es besser, einen Link auf eine ausführliche Detailseite zu setzen.
- Baustellen und tote Links vermeiden: Leere Seiten oder unnütze Platzhalter ohne Inhalt lieber nicht veröffentlichen.
- Shop-Software verstehen: Zügig einen Überblick verschaffen, wie die Software Content publiziert; eventuell entsteht der gleiche Content in diversen Formaten.
- Kontentklau per DMCA-Antrag melden: Eine Scraper-Site eignet sich widerrechtlich Content an und publiziert ihn neu. Für Sie ist es sicherlich ärgerlich, aber aus SEO-Sicht im Normalfall unproblematisch.
Google veröffentlichte im November 2008 die Version 1.1 des „Google Search Engine Optimization Starter Guide“. Mit Suchmaschinen-Optimierung (SEO) beeinflussen Sie die Suchergebnisse der so genannten „organic search“, jedoch nicht die bezahlten Suchergebnisse bzw. Anzeigen von Google AdWords (paid search).
Matt Cutts Gadgets, Google and SEO
Offizielle Webmaster-Zentrale – Crawling und Indexierung
