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Weblog für Produktneuheiten nutzen
Lange Zeit war die Webseitengestaltung technisch versierten Nutzern vorbehalten. 1999 entstanden dann die ersten Tools, mit denen man Weblogs bequem und einfach erstellen konnte. Bei einem Weblog (Blog) handelt es sich um ein stark vereinfachtes Content-Management-System. Von jedem Ort der Welt ist es inzwischen fast jedem möglich, über einen Internet-Zugang und sogar über das Handy neueste Informationen in einem Blog zu veröffentlichen. Anfangs waren Blogs nur persönliche Netztagebücher, doch inzwischen finden auch vermehrt Unternehmen daran Gefallen. Die Informationen werden auch hier wie in einem Tagebuch aufgelistet: Das Neueste steht immer oben. Hauptsächlich werden darin Neuigkeiten zusammengetragen und verteilt. Weit wichtiger sind jedoch die kritischen oder ergänzenden Kommentare durch andere Blogger oder Gäste. Mit Blogger bezeichnet man Personen, die einen eigenen Blog besitzen und regelmäßig neue Beiträge schreiben. Auch werden themenverwandte Infos untereinander verlinkt, und durch das Schreiben von Kommentaren entstehen intensive Diskussionen und Communities innerhalb der Blogosphäre, also der Gesamtheit aller Weblogs.
Leider trafen die Erwartungen für Weblogs im Jahr 2008 nicht in dem Ausmaß ein, wie man es vom Hype aus den Staaten her kennt. In diesem Zusammenhang nimmt die Macht der Konsumenten ganz neue Dimensionen an. Auf der einen Seite finden sich die oft nicht objektiven Produktbeschreibungen der Hersteller und als Gegenpol dazu entdeckt man mehr und mehr persönliche Meinungen der Verbraucher selbst. Immer öfter tauschen Kunden ihre positiven und negativen Erfahrungen über Foren, Verbraucher- und Meinungsportale aus. Besonders Sie als Unternehmer sind gut damit beraten, wenn Sie die Meinungen in den wichtigen branchenbezogenen Portalen regelmäßig beobachten. Googeln Sie mal mit den Begriffen „Ihr Shopname, Bewertung, Erfahrung“.
Ciao unabhängige Kaufberatung und Meinungsportal
Preisvergleichs- und Meinungsportal
Vergleich von Preisen, Produkten, Herstellern und Online-Shops
Grob unterscheidet man folgende Arten von Weblogs:
- Privat-Blog: Diese Tagebücher veröffentlichen private Erlebnisse.
- Moblog/Mobil-Blog: Publiziert Fotos und Texte direkt vom Handy.
- J-Blog/Media-Blog: Speziell von Journalisten betriebene Weblogs.
- PR-Blog: Gezielt durch Unternehmen eingesetzte Kommunikation.
- Micro-Blogging: 140 Zeichen für Ihre News pro Kommentar.
Für kleinere Unternehmen ist es ziemlich aufwendig, das volle Marketingpotenzial im redaktionellen Umfeld eines Blogs richtig zu nutzen. Falls Sie einen eigenen Blog betreiben, benötigen Sie Kontakt zu anderen Weblogs mit ähnlichen Inhalten. Beobachten und lesen Sie, was andere schreiben, erstellen Sie in anderen Blogs Kommentare und bauen Sie dazu Trackbacks (Funktion, mit der Blogs Informationen über Meinungen in Artikeln zum gleichen Thema austauschen) in den eigenen Blog ein. Die für Ihr Unternehmen relevanten Inhalte anderer Weblogs stellen Sie im Gegenzug in Ihrem Unternehmen über RSS-Feeds bereit. Um einen solchen Feed zu abonnieren bzw. zu lesen ist ein RSS-Reader erforderlich.
Der Micro-Blogging-Dienst Twitter erzeugt viele große Erwartungen als Online-Marketing-Instrument. Wie viele andere Dienste stammt auch Twitter aus den USA und wächst seit Ende 2008 in Deutschland unglaublich stark. Mittlerweile gibt es in Deutschland schon über 60.000 regelmäßige Twitter-Nutzer. Bei dieser Art von Blogging schreiben Sie mit maximal 140 Zeichen, so wie in einer SMS, über Ihre Angebote, News, empfehlen nützliche Links oder verweisen auf Ihre eigene Blog-Einträge. Das Tolle daran: Andere Twitter-Nutzer „verfolgen“ Ihre Tweets (Twitter-Nachrichten), und Sie folgen wiederum anderen und lesen deren Nachrichten. So bekommt jeder mit, was sich alles rund um Ihren Shop gerade ergibt, und das alles zeitnah. Wichtig: Suchen Sie sich passende Followers (Verfolger), die zu Ihrer Zielgruppe gehören. Wie sich dieser Dienst weiter entwickeln wird und ob sich dadurch die Konversionsrate steigern lässt, bleibt abzuwarten.
Unternehmen, die intensiv Blogs als Marketinginstrument nutzen, gehen sogar noch einen Schritt weiter. Denn virales Marketing ist steuerbar. Vielleicht haben Sie sogar Mitarbeiter, die selbst mit bloggen. Pro Monat sollten Sie auf diese Weise zwanzig oder mehr Artikel pro Person veröffentlichen. Nach und nach entsteht so ein großer Informationsschatz für Ihre Kunden. Und das Tolle daran: Sie werden nicht nur auf der eigenen Webseite gefunden, sondern auch in zahlreichen anderen. Dies wirkt sich wieder positiv auf Ihre Suchmaschinen-Platzierung aus. Richtiges Blogging ist also mehr, als einen eigenen Blog zu betreiben, sondern es ist Kommunikation im ganz großen Stil. Als ein Vorzeige-Blog ist lesmads.de zu nennen. Dieser Blog erreichte in nur kürzester Zeit einen riesen Bekanntheitsgrad und somit auch viele Werbepartner, die bares Geld für Bannerwerbung zahlen.
